Auch bei den Deutschen U16- und U20-Meisterschaften in Bochum-Wattenscheid gab es für die LG Steinlach-Zollern Edelmetall. Eine Woche nach den erfolgreichen Titelkämpfen der U18 und U23 gewann Paul Zukunft in einem spannenden Dreisprungfinale überraschend die Bronzemedaille der Altersklasse M15. Dabei durfte der TVH-ler im Trikot der LG Steinlach-Zollern bei seinen ersten Deutschen Meisterschaften gleich in zwei Disziplinen an den Start gehen und erlebte dabei ein Wechselbad der Gefühle.
Im Weitsprung verpasste der 15-Jährige am Freitag nur knapp den Einzug ins Finale. Sein sehr weiter erster Versuch war knapp übertreten. Im zweiten Durchgang agierte er etwas zu vorsichtig, verschenkte am Absprungbrett wertvolle Zentimeter und landete bei 5,86 Metern. Auch der dritte Versuch war ungültig. Damit schied Paul als Neunter des Vorkampfes aus.
Mit seiner persönlichen Bestleistung von 6,22 Metern war er deutlich unter seinen Möglichkeiten geblieben. Bereits 5,99 Meter hätten an diesem Tag für den Finaleinzug gereicht. Dass diese Weite möglich gewesen wäre, hatten vor allem seine knapp übertretenen Versuche gezeigt.
Am zweiten Wettkampftag hatte Paul die Enttäuschung abgehakt und ging mit viel Engagement in den Dreisprung. Als erster Teilnehmer musste er den Wettbewerb eröffnen – und meisterte diese Aufgabe mit Bravour. Gleich im ersten Versuch steigerte er seine persönliche Bestleistung auf 12,54 Meter. Nach dem ersten Durchgang lag er damit sogar an der Spitze des Feldes.
Im zweiten Versuch bestätigte er seine starke Form mit 12,53 Metern. Keiner der teilweise mit deutlich besseren Meldeleistungen angereisten Konkurrenten konnte ihn im Vorkampf von Platz eins verdrängen. So zog der Hechinger als Führender in die drei Finaldurchgänge ein.
Dort entwickelte sich ein echter Krimi. Im fünften Durchgang wurde Paul auf den dritten Platz verdrängt – nur zehn Zentimeter trennten ihn zu diesem Zeitpunkt von der Führung. Anschließend gelang ihm sein vermeintlich bester Sprung des Tages, der nach der Kontrolle des Absprungs jedoch für ungültig erklärt wurde.
Im letzten Durchgang zogen zunächst zwei weitere Konkurrenten an ihm vorbei. Paul fiel damit auf Rang fünf zurück. Als letzter Springer des gesamten Wettbewerbs hatte er jedoch noch die Möglichkeit zu kontern. Unter großem Druck steigerte er sich auf 12,57 Meter und eroberte damit die Bronzemedaille.
Die Freude über diesen Erfolg war riesig: zunächst auf Goldkurs, anschließend auf Rang fünf zurückgefallen und mit dem letzten Sprung doch noch auf das Podest – spannender hätte der Wettbewerb kaum verlaufen können.
Bemerkenswert ist zudem, dass Paul Zukunft bislang weder einem Landeskader angehört noch eine Einzelmedaille bei Württembergischen Meisterschaften gewonnen hat. Nun gelang ihm ausgerechnet bei seinen ersten Deutschen Meisterschaften der Sprung auf das Podest – eine kleine Sensation.